Mediatorenmodelle zur Vermeidung von
Gewalt im Sport

Beschreibung der Ausgangslage / Problemstellung
Bielefeld gehört nach den Angaben der Polizeilichen Kriminalstatistik seit Jahren zu den sichersten Städten der Bundesrepublik. Leider waren für das Jahr 2000 für die Stadt Bielefeld, neben Hagen, die höchste Anzahl an Spielabbrüchen im Erwachsenenfußball in NRW zu verzeichnen. Im Durchschnitt wurden pro Wochenende ca. 4 Spiele in den unteren Spielklassen auf Grund von massiven Übergriffen abgebrochen. Insbesondere Vereine mit einem hohen Anteil von Migranten waren häufig von Spielabbrüchen betroffen. Eine Erweiterung des Präventionsansatzes auf den Bereich Jugendfußball wurde als sinnvoll erachtet.
Erreichte Verbesserungen / Veränderungen
Das Projekt hat sich bewährt: Im ersten Jahr seiner Erprobung (2002) konnte die Zahl der Spielabbrüche um gut zwei Drittel gesenkt werden. Neben der gesunkenen Zahl der Vorfälle konnte auch ein Rückgang in der Schwere der Spielabbrüche verzeichnet werden. Schwere Eskalationen (Schlägereien mit z.T. erheblichen Verletzungen etc.), wie sie in den letzten Jahren häufiger vorkamen, sind heute die absolute Ausnahme.
Auch im Jugendbereich konnte die Anzahl der Ausschreitungen um 50 % gesenkt werden.
Das Mediatorenprogramm ist integraler Bestandteil der Arbeit des Fußballkreises Bielefeld geworden und wird kontinuierlich fortgesetzt.
Sonstige Angaben
Die von Herrn Otte konzipierten und durchgeführten Modelle sind inzwischen auf mehreren Ebenen übernommen und fortgeführt worden. Der Fußball-Kreis Bielefeld, der Landessportbund NRW und der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen veranstalten regelmäßig Seminare zur Ausbildung von Problemlotsen und zur weiteren Qualifizierung von Mediatoren.
Von September bis Dezember des Jahres 2008 wurde eine Qualifizierung von Mediatoren für den Fußball- und Leichtathletikverband NRW durchgeführt.
• Seminarbericht Klaus D. Otte |